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Beste Bildung – Bildungsexperte der FDP Bayern referiert im Allgäu

„Wenn ein Schulleiter einen gerne einen Lehrer haben möchte oder findet, dass ein Lehrer nicht ins Kollegium passt, kann er zwar einen entsprechenden Antrag beim Kultusministerium stellen. Wirklich beeinflussen kann er die Entscheidung aus München aber nicht. Der Lehrer wird ihm zugewiesen oder eben nicht.“ Das ist nur einer von insgesamt einem halben Dutzend Punkten, die der Bildungsexperte der FDP Bayern Karl-Heinz Faller aus Dasing bei Augsburg am Schul- und Bildungssystem bemängelt. Ihm schwebt ein Schulfreiheitsgesetz auch für Bayern vor, wie es die FDP nun in den Koalitionsvertrag mit der CDU in Nordrhein-Westfalen hineinverhandelt hat. „Natürlich kann nicht jeder Schulleiter tun was er will, und sicher muss das Schulsystem unter der Oberaufsicht des Kultusministeriums stehen. Aber warum sollte ein Schulleiter nicht ähnlich wie der Geschäftsführer einer Niederlassung oder des Tochterunternehmens eines Konzerns in einem gewissen Rahmen und Umfang Personal- und Budgetverantwortung erhalten. Er sieht ja am besten, was vor Ort geschieht und nötig ist.“ Auch wenn das Schulsystem Ländersache ist, zeigt sich doch an diesem Beispiel auch bundesweit, wohin die FDP wirken will: ein gutes Stück mehr Selbstständigkeit für Schulen und Hochschulen.

„Aber,“ so Faller weiter, „das Problem der Zukunft wird bei uns eher nicht sein, gute Akademiker zu gewinnen. Wahrscheinlich gehen uns eher die fähigen Facharbeiter aus.“ Deshalb warb Faller dafür, die berufliche Bildung zu stärken und in allen Sparten des Bildungswesens stets darauf hinzuweisen, dass die handwerklichen Berufe und die Industrieberufe von der Einkommenssituation, den Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten und vom Anforderungsprofil nicht weniger attraktiv und spannend seien. Der Allgäuer Bundestagskandidat Stephan Thomae berichtete in diese Zusammenhang über eine Initiative der Handwerkskammer Schwaben, auch an Gymnasien, nicht nur Programme zur Studienberatung und der allgemeinen Berufsberatung mit Schwerpunkt auf akademischen Berufen durchzuführen. Thomae habe eine Reihe von Gespräche geführt mit dem Resultat, dass an einem Kemptener Gymnasium als Pilotprojekt künftig auch die handwerklichen Berufe einen Anteil bei den Berufsinformationen erhalten.

Ausführlich ging Faller auch auf das Thema Digitalisierung an den Schulen ein. Auch hier sei deutschlandweit ein Schub erforderlich. „Heute bringen sich die Kinder den Umgang mit dem Internet und Tablets selbst bei, mehr oder minder unter der Aufsicht ihrer Eltern. Schüler müssen aber lernen, dass das iPad nicht nur ein Spielgerät ist, sondern auch und vor allem als Lern- und Arbeitsmittel wertvolle Anwendungsmöglichkeiten bietet.“ Es gehe gar nicht darum, Bücher und Hefte aus allen Schulbüchern zu verdrängen, sondern eine sinnvolle Kombination und ein Nebeneinander aus klassischen und neuen Unterrichtsmitteln zu finden. Auch hier wies Thomae darauf hin, dass er bereits 2012 einen Workshop der Fa. Apple im Allgäu initiiert habe. Von rund hundert Schulen hätten sich damals zwölf beteiligt, und eine davon, nämlich die Mittelschule Blaichach-Burgberg, habe schließlich dieses Initiative aufgegriffen und iPad-Klassen bei sich eingeführt. Es tue sich also etwas, auch im Allgäu, aber es sei noch viel mehr nötig und möglich. Die Freien Demokraten werden jedenfalls das Thema Bildung weiterhin fest im Blick behalten.


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