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Mit der Staufner Tourismusbranche im Gespräch

Was läuft gut, was läuft schlecht in der Touristik im Allgäu? Das wollte ich beim Tourismusgespräch in Oberstaufen in Erfahrung bringen. Der Tourismus im Allgäu ist geradezu ein Musterbeispiel für kleine und mittelständische Familienbetriebe, standorttreu und aufs Engste verflochten mit unserer Allgäuer Heimat. Wer das Allgäu im Bundestag vertreten will, muss sich deshalb gründlich mit der Situation und der Zukunft des Tourismus im Allgäu befassen.

Geeignetes und qualifiziertes Personal zu finden wird immer schwieriger, klagten insbesondere die Hoteliers. Eines der Probleme in diesem Zusammenhang sind Arbeitszeitregelungen, die für die Touristikbranche zu unflexibel sind und auch nicht dem entsprechen, was die Arbeitnehmer selbst wünschen. Die bestehenden Regelungen zwingen die Mitarbeiter in ein enges Korsett aus Arbeits- und Ruhezeiten und verhindern oft geradezu, dass sich die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeiten nach ihren eigenen Wünschen einrichten können. Eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregelungen ist dringend notwendig, um den Arbeitnehmerinteressen besser gerecht zu werden. Bereits mit einer Wochenarbeitszeitregelung oder noch besser einer Monatsarbeitszeitregelung lassen sich viel praxistauglichere und arbeitnehmerfreundlichere Dienstpläne gestalten.

Auch über die Kontrollpraktiken des Zolls zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und der Überwachung der Mindestlohn-Dokumentationspflichtenverordnung kam ich ins Gespräch. Schon der Name der Verordnung lässt erahnen, was für ein Bürokratiemonster sich dahinter verbirgt. Aus ganz Bayern erhalte ich immer wieder horrende Berichte über Kontrollen durch schwerbewaffnete Zollbeamte, die Betriebe wie ein Rollkommando überfallen, die Betriebsabläufe zum Stillstand bringen und erhebliche Schäden verursachen. Hier muss man sich Gedanken machen, ob der Staat nicht die Schwerpunkte völlig falsch setzt und sich eine Kontrollbefugnis anmaßt, die sich mit tragenden Grundsätzen eines Rechtstaats nicht mehr vereinbaren lässt. Schwerbewaffnete Einsatzkräfte brauchen wir bei der Terrorbekämpfung, nicht bei Kontrollen fleißiger Unternehmer!

Intensiv diskutiert wurde auch über die Zukunft des Wintersports in Zeiten des Klimawandels. Schneearme Winter und schneereiche Winter haben sich im Allgäu immer schon abgewechselt, und auch früher schon sind weiße Weihnachten alles andere als die Regel gewesen. Insofern möchte ich nicht in den Chor einstimmen, die dem Wintersport im Allgäu schon das Ende vorhersagen. Auch die Vorbehalte gegen die in Deutschland praktizierte Beschneiung ohne chemische Zusätze halte ich für übertrieben. Ein schonender Umgang mit Natur und Umwelt gehört zu den Grundvoraussetzungen dafür, dass auch in Zukunft das Allgäu ein lebenswerter Lebensraum und ein nachgefragtes Urlaubsziel bleibt. Man sollte aber damit aufhören, jede auch noch so begrenzte und auf ihre Verträglichkeit hin abgewogene Maßnahme gleich zum Naturfrevel zu stilisieren. Natürlich gehören Tourismus und Naturschutz im Allgäu zusammen. Aber das heißt nicht, dass keinerlei tourismusförderliche Anlagen mehr zugelassen werden dürfen.

Schließlich kam noch die Lage insbesondere der Freibäder im Allgäu zur Sprache. In vielen Gemeinden gehören sie zur touristischen Infrastruktur oder werden von den Bürgern stark nachgefragt. Sie belasten aber regelmäßig die kommunalen Haushalte, und Gemeinden schieben einen Sanierungsstau bei ihren Bädern vor sich her. Hier muss insbesondere geprüft werden, ob das Allgäu bei staatlichen Zuschussmöglichkeiten nicht schlechter gestellt wird als andere Regionen.


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